Windhundrennen werden durch Verbände organisiert, der Hundesport kennt prinzipiell zwei Arten des Rennens. Die Hunde laufen entweder auf der normierten Rennbahn oder beim Coursing durch ein Gelände, wobei in diesem Fall das Jagdverhalten eher als die reine Geschwindigkeit bewertet wird. Parallelen dazu finden sich bei Pferderennen, auch hier gibt es den (in England weitverbreiteten) Geländesport. Auf Hunderennen wird ebenso wie auf Pferderennen auch gewettet, allerdings ist diese professionelle Veranstaltung in Deutschland verboten, obgleich die Rennen selbst auch hierzulande nach feststehenden Verbandsregeln durchgeführt werden. Es kann allerdings über das Internet auf die Teilnehmer von Windhundrennen in anderen Staaten gewettet werden.
Durchführung der Rennen
Die Windhunde folgen während eines Rennens einem künstlichen Hasen, was sehr beeindruckend ist, denn der Jagdtrieb der Tiere kommt voll zur Geltung. Dabei kann der Hase teilweise aus einem Stück Stoff bestehen, obgleich sich viele Veranstalter bemühen, ihn relativ echt aussehen zu lassen. Er wird an einem Seil in hoher Geschwindigkeit über die Bahn oder das Gelände gezogen, die Windhunde hetzen hinterher. Die Bahn kann aus Sand oder Gras bestehen, die Hunde sehen den "Hasen" und folgen ihm auch auf Sicht, denn im Gegensatz zu anderen Hunderassen jagen sie über ihren Gesichtssinn viel eher als über Geruch oder Gehör. Je besser das sich bewegende Objekt zu erkennen ist, desto mehr wird der Jagdinstinkt der Tiere angeregt. Die Bahnlängen fallen in Kontinentaleuropa mit 480 m meist einheitlich aus, lediglich kleinere Windhundrassen, etwa das Italienische Windspiel oder der Whippet laufen eine kürzere Strecke. Die Zuschauern stehen am Rand der Bahn, genau wie beim Pferderennen, die Abläufe und die Gesamtstimmung ähneln sich sehr.
Schwieriger sind für die Zuschauer die Hunde beim Coursing durchs Gelände zu verfolgen, hier herrschen auch höhere technische Anforderungen an die Führung des Hasen. Auf dem freien Feld stellen die Veranstalter hierfür Umlenkrollen für die Seilführung des Hasen auf, an diesen Stellen schlagen die Windhunde Haken, wie es bei einer echten Hasenhetze im Gelände auch geschehen würde. Die Hunde "denken" hierbei mit, was den Reiz des Rennens stark erhöht. Während auf der Bahn ein Rudel von bis zu zehn Hunden startet, nehmen an einem Coursing-Lauf stets nur zwei Hunde teil, die jeweils zwei Durchgänge laufen. Coursingrichter bewerten das Verhalten der Tiere und vergeben Punkte nach den Kriterien, die das FCI-Coursingreglement vorsieht (Fédération Cynologique Internationale = internationaler kynologischer Dachverband mit Sitz in Thuin [Belgien]). Zu diesen Kriterien gehören neben Schnelligkeit und Intelligenz auch Gewandtheit, Eifer und Kondition. Maximal können die Richter für jedes der Kriterien jeweils 20 Punkte vergeben. Hierbei handelt es sich um die in Deutschland und überwiegend in Kontinentaleuropa angewendeten Regeln, im internationalen Rahmen sind teilweise andere Bewertungssysteme üblich. Die FCI vergibt bei internationalen Coursings ein Zertifikat, das CACIL (Certificat-d'aptitude-au-Championnat-International-des-Courses-de-Lévriers).
Voraussetzungen und teilnehmende Rassen
Die FCI hat Regeln für die Teilnahme aufgestellt und legt auch Gruppen für die Rassen fest. Die Hunde müssen 18 Monate und bei kleinen Rassen mindestens 15 Monate alt sein und können bis zum vollendeten 8. Lebensjahr teilnehmen. Bei den Bahnläufen erhalten sie Renndecken in unterschiedlichen Farben zur Kennzeichnung, beim Coursing werden Halskrausen eingesetzt. Ein Rennmaulkorb verhindert Verletzungen, denn am Ziel versucht der Sieger den künstlichen Hasen ins Maul zu nehmen, was ihm die anderen Hunde streitig machen. Das führt zu Balgereien, bei denen die Verletzungsgefahr ohne Maulkorb hoch wäre. Die Windhunde müssen für Wettkämpfe eine Lizenz aufweisen, die sie in Lizenzläufen per Qualifikation erwerben.
Die FCI-Rassegruppe 10 nimmt komplett an den Rennen teil, hierzu zählen der Greyhound, der Afghane, Deerhound, Azawakh, Irish Wolfhound, Barsoi, Galgo Español, Chart Polski, Magyar Agar, Sloughi, Saluki, das Italienische Windspiel und der Whippet. In einigen Ländern, darunter Deutschland, sind noch weitere Rassen startberechtigt, die aber das begehrte CACIL nicht erhalten können.
Organisationen und Wetten
Lokale Vereine organisieren die Rennen, in Deutschland ist das der DWZRV, in Österreich ist es der ÖKWZR und in der Schweiz ein Landesverband der FCI. Diese Vereine kümmern sich auch um Trainings der Hunde inklusive Rennen für Tiere ohne Rennlizenz. Das professionelle Rennen inkludiert Wetteinsätze auf die Sieger und Platzierten genau wie bei Pferderennen. Hier erklären wir ihnen wichtige Wettarten wie die Schiebewetten und Systemwetten bei Hunderennen. Die Länder mit professionellen Windhundrennen sind Großbritannien (Rennbahnen in Oxford oder Wimbledon), Irland sowie einige US-Staaten. Allein in den USA setzen Wettbüros auf Windhundrennen jährlich drei Milliarden Dollar um. Die nicht-kommerziellen Rennbahnen in Europa wiederum subventioniert die EU mit rund 25 Millionen Euro jährlich. Europäische Windhunde aus kommerziellen Rennen (Großbritannien und Irland) können auch von deutschen Tierfreunden gekauft werden, Tierschutzorganisationen haben ein Netzwerk für den Ankauf aufgebaut.
Nun bleibt uns nicht viel mehr als Euch viel Spaß zu wünschen.
Euer Hunderennen.org Team |